Ernährung

Nervennahrung gegen Stress – wie funktionierts?

Dunkle Schokolade als Nervennahrung - Vitabay Magazin

Wer kennt es nicht: Wenn der berufliche oder private Stress zu viel wird, greifen wir schnell zu Schokolade, Gummibärchen & Co. Nach einigen Bissen fühlen wir uns plötzlich wieder ausgeglichen und fit.

Aber bilden wir uns diese Eigenschaften nur ein, oder gibt es Nervennahrung gegen Stress wirklich? Falls ja, welche Lebensmittel senken unseren Stresspegel besonders gut? Alles Wichtige erfährst Du im Vitabay-Magazin.

Belohnung mit Dopamin und Endorphin

Es ist wissenschaftlich tatsächlich anerkannt, dass fettige und zuckerhaltige Lebensmittel besonders gut in bzw. gegen Stresssituationen wirken. Hintergrund dafür sind die einzelnen Inhaltsstoffe, genauer gesagt die Botenstoffe Dopamin und Endorphin. Beides sind „Glückshormone“.

Das Dopamin leitet Signale in unseren Nervenbahnen weiter. So steuert es letztlich unsere Bewegungen, und zwar physische wie auch physische. Was auch immer uns glücklich macht – wir wollen mehr davon. Das funktioniert bei Nervennahrung genauso wie bei eigentlich schädlichen Stoffen wie Zigaretten oder Drogen (weswegen die Entwöhnung auch so schwer ist).

Ganz ähnlich verhält es sich mit den Endorphinen (eigentlich endogene Morphine genannt), die unser Körper für die Schmerzlinderung bzw. -unterdrückung verwendet. Die weitere Wirkung ist noch nicht ganz bzw. abschließend erforscht, aber sie sind wohl auch mitverantwortlich für das Empfinden von Euphorie und Glück.

Sie entstehen zudem auch bei längerer körperlicher Anstrengung. Das macht sich zum Beispiel beim Phänomen des „Runner’s High“ bemerkbar – dem Hochgefühl von Läufern, bei denen sie keine Schmerzen bzw. Anzeichen von Erschöpfung wahrnehmen.

Wieso Schokolade bei Stress hilft

Bei der Existenz von „Glückshormonen“ ist es nur logisch, dass es auch Stresshormone gibt. Mit Blick auf unsere biologischen Wurzeln bzw. unsere Evolution benötigten unsere Vorfahren diese auch, um in gefährlichen Situationen zu überleben.

Stresshormone sind vor allem Cortisol und Adrenalin. Beim Essen von Schokolade produziert unser Körper produziert einen geringeren Anteil dieser Hormone. Hier werden also keine Glücksstoffe ausgeschüttet, sondern stattdessen der Anteil an Stresshormonen reduziert.

Einen wissenschaftlichen Nachweis dafür hat übrigens vor einigen Jahren Mitarbeiter der Uni Bern und Zürich erbracht (Link befindet sich am Ende des Beitrags). Sie untersuchten dunkle Schokolade und fanden allerdings interessanterweise heraus, dass „nur“ der Körper anders reagiert. Der gefühlte Stresslevel der Probanden war also immer noch gleich hoch.

Vollmilchschokolade - Vitabay Magazin

Viele nutzen Vollmilchschokolade als Nervennahrung – dabei ist dunkle eigentlich gesünder. – Vitabay Magazin

Was heißt überhaupt Nervennahrung? Müssen Nerven gestärkt werden?

Eigentlich gibt es so etwas wie „schwache Nerven“ nicht. Aber viele (negative) Einflüsse wie eben Stress, eine pessimistische Grundhaltung oder schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit von außen können die eigene mentale Leistungsfähigkeit herabsetzen.

Das führt wiederum dazu, dass wir gereizter und unausgeglichener sind oder unsere Konzentrationsfähigkeit nachlässt – die Nerven liegen dann sprichwörtlich blank. Davon ausgenommen sind natürlich richtige Erkrankungen der Nervenbahnen wie Parkinson oder ALS.

Noch besser ist es also, wenn Du gar keine Nervennahrung gegen Stress benötigst. Achte deshalb auf eine ausgeglichene Lebensweise mit möglichst wenig Zeit- und Termindruck und vermeide negative Einflüsse auf Dich und Dein persönliches Umfeld.

Gesunde Nervennahrung

Wenn es aber doch soweit ist – gibt es dann auch gesunde Nervennahrung als Alternative zur Schokolade? Wie bereits eingangs erwähnt, kommt es hier vor allem auf die Inhaltsstoffe an. Folgende Lebensmittel sind auch gut gegen den Stress.

Paranüsse helfen dank Selen

Diese Nusssorte stammt aus Südamerika und hat einen besonders hohen Anteil an Selen (etwa 2mg pro 100g). Dieses ist ein Antioxidant und wehrt freie Radikale ab. Bei einem Mangel – was in Europa häufig der Fall ist – fühlen wir uns schlapp und antriebslos. Grund genug also, zwischendurch einige Paranüsse einzuwerfen: Bereits drei am Tag reichen als Nervennahrung gegen den Stress aus.

Trockenfrüchte: Viele Kalorien, aber auch viele Inhaltsstoffe

Dörrobst ist zwar relativ kalorienlastig, als Nervennahrung aber ideal geeignet. Bedingt ist das durch die Tatsache, dass der Fruchtzuckergehalt und damit die Menge an enthaltenen Inhaltsstoffe wesentlich größer sind als bei der „normalen“ Variante von Rosinen, Aprikosen, Goji-Beeren & Co.

Bananen: Magnesium und Tryptophan

Auch Bananen sind eine gute Nervennahrung gegen Stress. Das enthaltene Magnesium sorgt für den Stressabbau. Außerdem wandelt unser Gehirn das ebenfalls enthaltene Eiweiß Tryptophan (18mg pro 100g) in ein weiteres „Glückshormon“, nämlich Serotonin, um.

Tipp von Vitabay: Im Falle von Magnesiummangel empfehlen wir getrocknete Bananen. Diese haben einen im Gegensatz zur „normalen“ Variante einen besonders hohen Anteil (ca. 110mg pro 100 Gramm im Gegensatz zu 30mg).

Bananen als Nervennahrung - Vitabay Magazin

Auch Bananen eignen sich ideal als Nervennahrung. – Vitabay Magazin

Kakao

Wenn wir schon wissen, dass Schokolade eine gute Nervennahrung ist, dann liegt es nahe, dass hier Kakao auftaucht. Das kann nämlich durchaus gesund sein. Ungesüßtes Kakaopulver enthält – genauso wie die Banane – Tryptophan. Allerdings ist dunkle Schokolade nicht nur als Nervennahrung wesentlich besser geeignet als Vollmilchschokolade:

  • Sie enthält mehr Kakao.
  • Der Zuckergehalt ist geringer.
  • Dunkle Schokolade macht schneller satt.

Fazit

Auch wenn wir im Rahmen unserer Ernährungs-Ratgeber viel Wert auf eine gesunde Ernährung legen, so ist unsere Empfehlung hier eine andere: Versuche bereits im Vorfeld, den Stress so gut wie möglich zu reduzieren. Auf Dauer ist der konstante terminliche oder emotionale Druck nämlich ernsthaft gesundheitsschädigend.

Andere begleitende Erscheinungsformen wie Heißhunger vermeidest Du so nämlich auch. Glücklicherweise gibt es dann aber bei konkretem Stress Nervennahrung zu Genüge – und zwar auch gesunde Alternativen.

Weitere Informationen zur Nervenstärkung und zu Nervennahrung

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